Magerkost in Aubing
“Zweite” überwintert als Tabellenletzter
Eigentlich wollte man eine ruhige Saison spielen. Das ist auch weiterhin möglich, da die 2. Mannschaft des SV Aubing mit 6 Punkten aus 15 Spielen das Tabellenende ziert und mit der roten Laterne in Händen überwinter muss. Sollten die ersten zwei Spiele nach der Winterpause erneut verloren gehen, kann ma sich zurücklehnen und für den Wiederaufstieg aus der A-Klasse planen. Aber noch ist es nicht so weit, doch darf nicht mehr viel passieren, wenn dieses Horrorszenario nicht doch Wirklichkeit werden soll. Engagement darf man den Grün-Weißen nicht absprechen, aber die spielerischen Fähigkeiten sind einfach zu begrenzt, um einen Gegner in die Enge zu treiben. Das zeigte sich auch im letzten Spiel des Jahres 2011, in dem man förmlich mit dem letzten Aufgebot auf Punktejagd gehen musste.
In der ersten Viertelstunde nahmen sich die beiden Mannschaften nichts in spielerischer Magerkost. Beide Teams trabten und bolzten harmlos über den Platz. Als dann Andreas Rahm seiner Mannschaft ein Deja Vu – auch in der Vorwoche zeigte er sich als Fan des schwedischen Nationalverteidigers Lars Tragl – und drosch im eigenen Strafraum über den Ball. Dieses Geschenk ließ sich die DJK Würmtal nicht entgehen und netzte zum 1:0 ein. Drei Minuten später lag der Ball dann schon wieder im Aubinger Gehäuse. Torhüter Franz Seeholzer war erneut machtlos. Ein brutaler Stellungsfehler in der Hintermannschaft bescherte das 0:2. Das war des Guten eindeutig zu viel.
Trainer Hartmut Gerl wechselte sich, entgegen all seiner Bedenken über so einen Einsatz, selbst ein, um von der Liberoposition aus seine Spieler, die bis zu diesem Zeitpunkt wie ein Hühnerhaufen agierten, ein bisschen besser dirigieren zu können. Die Ordnung im Spiel wurde nun besser, was auch an den Gästen lag, die sich, ob des sicheren Vorsprungs eine Auszeit gönnten. Fabi Weis hätte dann eigentlich den Anschlusstreffer erzielen müssen, vergab allerdings mutterseelenallein vor dem Gästetor. So ging man mit einem 0:2 in die Halbzeit, war aber nicht chancenlos. Zumindest vermittelten die Würmtaler an diesem Tag nicht unbedingt das Gefühl eine überragende Leistung abliefern zu können.
Das taten die Aubinger zwar auch nicht, aber die Einsatzbereitschaft konnte einen kleinen Hoffnungsschimmer wecken. So ging man konzentriert zu Werke, ohne das gegnerische Tor jedoch in Gefahr bringen zu können. So plätscherte die Partie vor sich hin. Eine Viertelstunde vor Schluss wagte der Libero dann einen Vorstoß in des Gegners Hälfte, der folgenschwer enden sollte. Trotz klarer Absprache kassierte man ein Kontertor. Dieser Treffer spiegelt das Dilemma der Mannschaft wider. Manche Akteure sind einfach nicht in der Lage zuzuhören andere wiederum nicht, die Vorgaben umzusetzen. Mit dem 3:0 war die Partie dann auch gelaufen.
Franzi Seeholzer konnte zwar mit einem Elfmetertor (Marc Weiss war im Strafraum mit einem Foul gebremst worden) auf 1:3 verkürzen, doch schon kurz danach traf Würmtal zum 1:4. Toni Schneider konnte dann noch Ergebniskorrektur betreiben und kurz vor Spielende auf 2:4 zu stellen. Mit dem Schlusspfiff war dann doch die Ernüchterung eingekehrt, wohl doch keine ruhige Saison spielen zu können. Schließlich wollte man mit 9 Punkten überwintern. Das rettende Ufer ist zwar “nur” 5 Punkte enternt, doch die muss man erst einmal holen. In der Rückrune steht dann jedoch wieder mehr Personal zur Verfügung, so dass viel echt im Spiel nach vorn doch noch der Knoten aufgeht.
Trotz dieser desaströsen Hinrunde ist die Mannshaft in Takt und zeigt Moral. Die Trainigsbeteiligung ist überdurchschnittlich. Es gibt in der Kreisklasse sicherlich nur sehr wenig Mannschaften, bei denen zwei Mal die Woche 20 Mann im Training sind. Allerdings fehlen den Aubingern einfach zwei abgezockte Spieler, die den jungen Akteueren die nötige Sicherheit geben und sie führen können. Abgerechnet wird jedoch erst am Schluss, also am 26. Spieltag. Ein Nichtabstieg in dieser Situation kommt wohl einer Meisterschaft gleich und kann für die Zukunft ein einschneidendes Erlebnis werden. Möglich ist in jedem Fall noch Alles.