Kleines Erfolgserlebnis für Aubing
Koch-Elf holt in Oberweikertshofen einen Punkt
Am ersten Spieltag der Rückrunde stand mit dem SC Oberweikertshofen eine als Topmannschaft gehandelte, aber weit hinter den Erwartungen zurückgebliebene Mannschaft als Auswärtsgegner für die 1. Mannschaft des SV Aubing auf dem Papier. Wahrlich wieder ein schwieriger Auftrag für die arg gebeutelte Koch-Truppe. Allerdings muss man sich wohl langsam daran gewöhnen, dass der Kader in absehbarer Zeit wieder durch Rückkehrer von der Verletztenliste ergänzt werden kann. Im Gegenteil, die Misere hält dauerhaft an und vielleicht täte man gut daran, die Mannschaft in der Winterpause mit dem ein oder anderen Spieler aufzufrischen. Auch wenn die Spieler weiterhin willig und der Trainer immerhin ein absoluter Fachmann ist, bleibt offensichtlich, dass einige Akteure noch nicht so weit sind, um dauerhaft in der Bezirksliga ihren Mann stehen zu können.
So bekamen die Zuschauer in Oberweikertshofen erneut einen durchwachsenen Auftritt der Koch-Truppe zu sehen. Allerdings zeigten sich auch die Hausherren nicht wirklich auf der Höhe des Geschehens. So entwickelte sich eine eher schwache erste Halbzeit, in der die Grün-Weißen dennoch die bessere Mannschaft und einer Führung näher waren als Heimelf. . Nach einem Abstimmungsfehler in der SCO Hintermannschaft verpasste es die Aubinger aber den Führungstreffer zu erzielen.
Die Koch-Elf agierte aus einer sicher stehenden Defensive und ließ die Hausherren nicht ins Spiel kommen. Sie versuchten den Spielaufbau der Oberweikertshofener schon früh zu stören. Daher kam kein richtiger Spielfluss zustande, was den Aubingern in die Karten spielte, denn so kamen sie immer wieder durch Standards gefährlich vor das Tor. So hatten die Grün-Weißen ihren Gegner gut im Griff. Die Seiten wurden dennoch mit einem torlosen Unentschieden gewechselt.
Nach der Pause erhöhten die Hausherren das Tempo und ließen den Ball gut laufen. Die Aubinger beschränkten sich fast ausschließlich auf das Verteidigen. Mit ein bisschen Glück in der 55. Minute, als ein Kopfball der Oberweikertshofener an den Pfosten ging, konnte in der 65. Minute die zwischenzeitliche 1:0-Führung bejubelt werden. Nach einer Freistoßflanke von Fehmi Sevinc segelte der Oberweikertshofener Torwart am Ball vorbei und der freistehende Daniel Koch drückte den Ball über die Linie. In der 76. Minute fiel das 1:1 nach einem unglücklich abgefälschten Distanzschuss, den Oberweikertshofens Spielertrainer Florian Hönisch abgegeben hatte. Damit waren die Highlights dieses Spiels auch schon vorbei und man trennte sich schiedlich und friedlich mit 1:1. Sicherlich ein Punktgewinn für die Grün-Weißen.
So sah es auch der Aubinger Trainer Andreas Koch “In meinen Augen ist der Punkt in Ordnung. In der ersten Hälfte hatten wir den Gegner gut im Griff, zudem hätten wir mit drei bis vier guten Konterchancen die Führung erzielen können. Die zweite Hälfte geht klar an Oberweikertshofen. Wenn hier das 1:0 für die Heimelf fällt, wäre das Spiel gelaufen gewesen. Mit dieser Punkteteilung rutschte man in der Tabelle auf einen direkten Abstiegsplatz, den man mit einem Erfolg im Heimspiel gegen Phoenix München wieder verlassen kann.
Diesen hat die 2. Mannschaft seit Wochen inne. So durfte man auch im Spiel gegen den FC Kosova nicht unbedingt auf einen Punktgewinn hoffen. Die Aubinger mussten einige verletzte bzw. gesperrte Spieler ersetzen, gingen aber mit einer couragierten Einstellung ins Spiel. Die Zweikämpfe wurden angenommen und auch die Laufbereitschaft stimmte. In der siebten Minute hatten die Aubinger Glück, dass der Schiedsrichter einen Foulelfmeter nicht gab. In den folgenden Minuten kam Aubing stärker unter Druck, sodass Torhüter Anil Adam einige Male gefordert wurde. Er hielt seinen Kasten aber sauber. In der 28. Minute war er allerdings machtlos, Aubing geriet mit 0:1 in Rückstand. Das war der 13. Gegentreffer, der nach einer guten halben Stunde Spielzeit fiel.
Wer jedoch dachte, das war `s, der hatte sich getäuscht. Die Gerl-Elf zeigte Moral und kurz vor der Pause lief Tim Schneider allein aufs Tor zu. Seinen Schuss aus 18 Metern hielt der Torhüter jedoch sicher. Nur eine Minute später hatte Aubing durch Andreas Rahm eine weitere Gelegenheit zum Ausgleich. Der platzierte Schuss konnte jedoch in letzter Sekunde für den bereits geschlagenen Torhüter von einem Abwehrspieler von der Linie geschlagen werden. So ging man mit einem 0:1 Rückstand in die Pause.
Im zweiten Durchgang entwickelte sich ein offener Schlagabtausch zwischen beiden Mannschaften. In der 63. Minute scheiterte der eingewechselte Mark Weiss mit einer guten Direktabnahme. Zwei Minuten später gelang Kosova ein Lattentreffer. In der 70. Minute entschied der Schiedsrichter nach einem Aubinger Angriff auf Abstoß. Kosova zeigte sich jedoch fair und korrigierte den Unparteiischen auf Eckball. Diesen beförderte Sebastian Sterr zum 1:1 per Kopfball ins Netz.
Während die Grün-Weißen noch jubelten, lag der Ball schon zum 1:2 im Aubinger Tor. Ein echter Wahnsinn, der sich zum fünften Mal in dieser Saison wiederholte. Die Aubinger ließen sich nicht hängen und zeigten weiterhin großes Engagement. So ging es weiter rauf und runter. Aubing entblößte immer mehr die eigene Deckung und drängte auf den Ausgleich. Das bot dem FC Kosova einige gute Möglichkeiten, die Adam Anil glänzend zu Nichte machte, oder aber die Stürmer diletantisch agierten. Die Partie blieb dadurch weiterhin auf des Messers Schneide. Zwei Minuten vor Spielende hatten die Aubinger dann schon den Torjubel auf den Lippen. Der Gästetorhüter parierte den Kopfball von Mark Weiss. Fast mit dem Schlusspfiff dann die endgültige Entscheidung. Einen Konterangriff brachten die Kosovaren im Aubinger Gehäuse zum alles entscheidenden und letztendlich verdienten 3:1 Endstand unter.
Diese Niederlage war zweifelsohne verdient, aber auch äußerst unglücklich, da bis kurz vor Schluss ein Punktgewinn möglich gewesen wäre. Aber letztendlich zählt das Ganze „hätt` i, kannt` i, dad` i, war`i“ nichts, sondern nur die Punkte. Und die fehlen derzeit eben. Auf der gezeigten Leistung lässt sich jedoch aufbauen. Bleibt zu hoffen, dass es sich nicht um eine Eintagsfliege handelte. Aus einer geschlossen gut kämpfenden und ansatzweise auch schnell kombinierenden Mannschaft ragten neben Torhüter Anil Adam auch Philipp Berens, der seine Sache wirklich gut machte und der überragend spielende zweikampfstarke Kapitän Lukas Huber heraus. Nächste Woche spielt man beim Spitzenreiter in Planegg. Vielleicht gelingt da eine Überraschung.