Am Freitag, den 17.09.2010 gastierte die Traditionsmannschaft der Bayer 04 Leverkusen-Werkself in Aubing und spielte gegen eine Senioren A/B-Auswahl des SVA. Die Gäste gewannen das Spiel souverän mit 7:1.
Die beiden Mannschaften aus Leverkusen und Aubing
xx
Aubinger Altherren unterliegen Leverkusen nur “knapp”
ww
Der Ball rollt auf dem Fußballplatz an der Kronwinkler Straße beinahe das ganze Jahr über. Auch Zuschauer sind etliche zugegen, wenn das „Runde“ ins „Eckige“ einschlägt. So ist eigentlich nichts Außergewöhnliches dabei, wenn 44 Fußballbeine über den Rasen jagen. Ab und zu kommt es aber doch vor, dass Mannschaften zu Gast sind, die man nicht alle Tage zu sehen bekommt. So auch am letzten Freitag, als die Seniorenmannschaften des SV Aubing, also die Altersklasse ab 32 Jahre bis hin zur so genannten „Grabsteinliga“, eine schlagkräftige Truppe bildeten, um gegen die Traditionsmannschaft von Bayer 04 Leverkusen anzutreten. Diese Partie hatte es bereits vor 6 Jahren einmal gegeben, bei dem die Grün-Weißen in einem offenen Schlagabtausch mit 2:3 unterlagen und man durfte gespannt sein, wie sich die Spieler weiter entwickelt hatten.
Eingefädelt hatte das Spiel das Aubinger Urgestein Toni Glas, der sich zwar nicht mehr selbst die Stiefel schnürt, als Organisator jedoch mindestens so gut ist, wie er als Spieler war. Die Gäste aus dem Westen der Republik waren gespickt mit ehemaligen Bundesligaspielern, die von ihrer Klasse wenig verloren hatten. Zudem trat die Werkself gedopt an, da sie bereits im Trainingslager am Tag zuvor eine kräftige Blutauffrischung mit bayerischem Gerstensaft über sich ergehen lassen musste.
In jedem Fall war für gute Stimmung gesorgt. Ungefähr 1000 Zuschauer verwandelten den Sportplatz in einen Hexenkessel. Nach dem Einlaufen begrüßte das Aubinger Trommlercorps die Westdeutschen an der Mittelinie und brachte ihnen bayerisches Brauchtum näher. Als der Schiedsrichter das Spiel anpfiff, versuchte die Bayer-Elf den Ball erst einmal in ihren eigenen Reihen zu halten. Ein paar Aubinger waren sichtlich nervös und so war es nicht verwunderlich, dass der Ball bereits nach gefühlten 50 Sekunden im Aubinger Tor zappelte. Ein Gästestürmer schlenzte den Ball aus 18 Metren über Torhüter Jürgen Kapfer ins Netz. Sichtlich geschockt agierten die Grün-Weißen fortan, schafften es nicht, den Ball in den eigenen Reihen zu halten und verzettelten sich im Spiel nach vorne mit vielen unnötigen Fehlpässen. Obwohl die Erfahrung hätte lehren müssen, wussten einige nicht, dass man den Ball auch nach hinten spielen darf, um einen freien Mitspieler mit einzubeziehen.
Gans anders die Bayer-Oldies. Ballsicher trugen sie ihre Angriffe nach vorne und ließen die Heim-Elf laufen.
Im Sturm waren sie mit einem quirligen Techniker und einem 2,04 Meter großen Hünen aufgestellt, die der Abwehr beide große Probleme bereiteten. Natürlich war hier auch ein klein wenig Respekt vor dem Gegner vorhanden, der sich in einer Raumdeckung äußerte. Solchen Gegnern darf man freilich keinen Platz zur Entfaltung geben, sonst klingelt es im Gehäuse. Ehe sich die Aubinger versahen, waren sie mit 0:3 im Rückstand. Nun war es egal, so schien es jedenfalls und die Grün-Weißen wachten auf. Es ergaben sich auch Tormöglichkeiten, die freilich noch ungenutzt blieben. Stefan Graml schloss einen schön vorgetragenen Angriff mit dem Anschlusstreffer zum 1:3 ab.
Der Schiedsrichter, der die ganze Partie über eine Leverkusenbrille auf hatte, entschied im Gegenzug bereits auf Strafstoß, der das 1:4 und somit den alten Abstand bedeutete. Mit diesem Ergebnis wurden auch die Seiten gewechselt. Die Zuschauer hatten ein munteres Spiel, mit Tormöglichkeiten hüben wie drüben gesehen.
Als Fazit des 1. Durchgangs wird aus Aubinger Sicht wohl in Erinnerung bleiben, aus welchen Winkeln man auf das Tor schießen kann, wenn der Mitspieler mitläuft und das man ausgezeichnete Spieler, wie es die aus Leverkusen waren, schon stören muss, wenn man nicht abgeschossen werden will.
In der 2. Spielhälfte beinahe das gleiche Bild. Leverkusen häufiger in Ballbesitz, mit guten Tormöglichkeiten. Aubing etwas bissiger, aber durch die vielen Wechsel ein klein wenig zerfahren, dafür mit einem überragenden Jürgen Kapfer zwischen den Pfosten. Der „Gastspieler“ aus Unterpfaffenhofen trieb den Leverkusenern mit seinen Glänzparaden mehrfach die Tränen in die Augen.
Die Aubinger hatten im Angriff an diesem Tag die falschen Schussstiefel an. Armin Elsberger verfehlte das Ziel zwei Mal knapp, Flo Niklas hämmerte das Leder an den Pfosten und Stefan Graml fand in Leverkusens Zerberus seinen Meister. So trafen die Gäste aus dem Westen noch drei Mal zum Endstand von 7:1. Die Grün-Weißen hatten sich teuer verkauft und wacker geschlagen und den Zuschauern ein tolles Spiel gezeigt.
In jedem Fall war diese Partie der Beweis, dass es keine jungen oder alten, dünne oder dicke Fußballer gibt, sondern nur gute und schlechte, wobei eigentlich keine schlechten zu sehen waren. Obschon auffällig war, dass gerade die Spieler mit Bäuchlein zum Teil ein erhebliches Laufpensum absolvierten und in den Zweikämpfen standhafter waren. So konnte man am Ende auch über die etwas sonderbare Brille des Spielleiters schmunzeln, der den Grün-Weißen im Zweifelsfall immer den Vorteil nahm.
Nach dem Schlusspfiff marschierten beide Teams unter dem Beifall der Zuschauer und den Klängen des Aubinger Trommler Corps in die Kabinen. Aus den Lautsprechern dröhnte es zudem „Football Is Coming Home“, was allen Beteiligten eine Aufforderung zur 3. Halbzeit mit taktischer Nachbesprechung bei Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes gleichkam.
So wurde in der „Sport Alm“ gemeinsam gegessen, getrunken, gefeiert, gesungen, getanzt und dem Besuch der Traditionsmannschaft aus Leverkusen ein würdiger Abschluss beschert. Am Samstag stand dann noch ein gemeinsamer Wiesn-Besuch auf dem Programm, bei dem beide Mannschaften eine ähnlich gute Figur abgaben, wie tags zuvor auf dem Fußballplatz. In jedem Fall eine gelungene Veranstaltung im Rahmen von „1000 Jahre Aubing“, was die große Resonanz der Zuschauer deutlich unterstrich.
Allen Verantwortlichen sei daher an dieser Stelle ein herzliches „Vergelt `s Gott“ gesagt, für die viele Mühe die sie mit der Organisation hatten.